Neben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und den Banken ist auch PostFinance online am SIC-System angeschlossen. SIC verwaltet ein Verrechnungskonto für jeden Teilnehmer, das über ein entsprechendes Girokonto bei der SNB ausgeglichen wird.
Die teilnehmenden Finanzinstitute können bei SIC Zahlungsaufträge einliefern. Diese werden mittels elektronischer Unterschrift auf Echtheit geprüft. Zudem werden die Eingabeberechtigungen anhand von Stammdaten überwacht. Weiter wird kontrolliert, ob der Zahlungsauftrag richtig aufgebaut ist und ob er nicht bereits eingeliefert wurde. Danach erhält die einliefernde Bank eine Bestätigung oder Fehlermeldung. Nach erfolgter positiver Deckungsprüfung wird die Zahlung unwiderruflich verrechnet: sie wird den Verrechnungskonti der betroffenen Banken belastet bzw. gutgeschrieben. Der Gutschriftsbeleg wird dann mit elektronischer Unterschrift an die Empfänger-Bank weitergeleitet, die den Empfang elektronisch quittiert.
Die SNB kann die Deckung der Teilnehmer laufend überprüfen und – wenn nötig – den einzelnen Finanzinstituten Geld zuführen oder ihnen Kredite gewähren. Bei Unstimmigkeiten in der Verrechnung oder bei Problemen einzelner Teilnehmer hat die SNB das Recht einzuschreiten – ihr untersteht die Oberaufsicht über das SIC-System.
Abwicklung in Echtzeit
Als Online-System können bei SIC-Transaktionen jederzeit aufgegeben und empfangen werden. Zahlungsein- und -ausgänge lassen sich konstant überprüfen. Die Transaktionen werden in Echtzeit kontinuierlich abgewickelt – 24 Stunden am Tag gemäss den Bestimmungen des SIC-Clearingtages. Damit kann sich ein Teilnehmer jederzeit über den aktuellen Stand seines Verrechnungskontos informieren.

Der Clearingtag im SIC
In der Zeitrechnung des Clearingsystems SIC hat eine Woche fünf Tage: Transaktionen vom Wochenende erhalten als Verrechnungsdatum den folgenden Montag. Dabei wird SIC zwischen Samstag, 12 Uhr und Sonntag, 18 Uhr ausgeschaltet. Abweichungen sind in einem jährlich erscheinenden Zirkular aufgeführt, in dem auch die Bankfeiertage bekannt gegeben werden.
Der SIC-Clearingtag läuft zeitverschoben zum normalen Tag. Er dauert von 16.40 Uhr des Vorabends bis etwa 16.15 Uhr des aktuellen Tages, am Wochenende von Freitag, 16.40 Uhr, bis Montag 16.15 Uhr.
Nur gedeckte Überweisungen
Bei jeder einzelnen Zahlung überprüft das System, ob der Betrag durch das Verrechnungskonto des betroffenen Finanzinstituts gedeckt ist. Nur bei vorhandener Deckung wird eine Transaktion durchgeführt. Andernfalls wird die Zahlung in einer Wartedatei so lange pendent gehalten, bis dank eingehender Zahlungen oder einer Liquiditätszuführung die notwendige Deckung wieder erreicht ist.
SIC befolgt zudem einen weiteren Grundsatz eines Echtzeit-Bruttosystem (RTGS), der die Zuverlässigkeit des Systems erhöht: Es arbeitet nach dem Prinzip PVP (payment versus payment bzw. Zahlung gegen Zahlung). Eine Transaktion wird nur ausgeführt, wenn eine Zahlung einen unwiderruflichen Status erreicht hat. Unverzüglich und unwiderruflich wird dann die Transaktion ausgelöst.

Technische Sicherheit
IBASEC, ein Interbank-Sicherheitssystem, sorgt bei SIC für die sichere, vertrauliche Übermittlung von täglich bis über zwei Millionen Transaktionen zwischen den Banken im Wert von über 300 Milliarden Franken. Folgende Anforderungen, die durch eine kombinierte Hardware- und Software-Lösung erfüllt werden, stehen dabei im Vordergrund:
- Meldungen müssen unverfälscht übermittelt werden
- Die Absender der Meldungen müssen eindeutig sein
- Senden und Empfangen von Meldungen darf nicht bestritten werden können
- Das Abhorchen von Meldungen während der Übertragung muss unmöglich sein
Kommunikation
Die teilnehmenden Finanzinstitute sind über Finance IPNet, einer modernen Kommunikationsinfrastruktur am SIC-System angeschlossen. Diese ist ein auf dem Internet-Protokoll (IP) basierendes Netzwerk.
Weiterführende Informationen
In folgenden Büchern und Artikeln finden Sie weitere Informationen zum Schweizer Zahlungsverkehr:

| Autor |
Titel |
Bemer- kung |
Heraus- geber |
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| Schweizerische Nationalbank |
Business Continuity Planning Finanzplatz Schweiz |
pdf |
SNB 02/2006 |
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| Strebel, B. |
Frühzeitig vorbeugen - Business Continuity Management |
pdf |
Schweizer Bank 12/04 |
|
|
| Schweizerische Nationalbank |
Bericht zur Stabilität des Finanzsystems |
pdf |
Quartals- heft SNB 2/03 |
|
|
| Heller, D. / Sturm, A. |
Die Rolle der Nationalbank im bargeldlosen Zahlungsverkehr |
pdf |
Quartals- heft SNB 1/03 |
|
|
| Klein, F. / Palazzo, G. |
Kulturgeschichte des Geldflusses |
bestel- len |
Kaufm. Verband, Zürich |
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| Schwingham- mer, Ch. |
Liquiditätssparende Verrechnungsalgorithmen |
pdf |
Swiss Interbank Clearing |
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| Zimmermann, St. |
Die Schweiz hat den Begriff RTGS geprägt |
pdf |
ClearIT 14, 2002 |
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| Gehrig, B. |
SIC kann man wirklich als Erfolgsstory bezeichnen |
pdf |
ClearIT 12, 2002 |
|
|
| Heller, D. / Nellen, T. / Sturm, A. |
The Swiss Interbank Clearing System |
pdf |
SNB |
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| Vital, Ch. |
Die Architektur von Echtzeit- Bruttoüberweisungs- systemen |
pdf |
Quartals- heft SNB 4/97 |
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|
| Geiger, H. / Spremann, K. |
Banktopologie |
bestel- len |
Paul Haupt Verlag, Bern |
|
|
| Klein, F. / Spremann, K. |
Telegeld |
bestel- len |
Verlag NZZ, Zürich |
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|
| Lehmann, G. D. |
Zahlungsverkehr der Banken |
vergrif- fen |
Kaufm. Verband, Zürich |
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